Puʻu ʻŌʻō

Der Puʻu ʻŌʻō, in deutscher geologischer Fachliteratur meist Pu'u 'O'o, in Reiseliteratur auch Puu Oo) ist ein 698 m hoher Schlacken- und Schweißschlackenkegel in der östlichen Riftzone des Kīlauea-Vulkans auf der größten Hawaii-Insel Big Island. Der Kegel entstand im Zuge der Puʻu-ʻŌʻō-Kūpaianaha-Eruption, die am 3. Januar 1983 begann und 2018 endete.
Der Name Puʻu ʻŌʻō wird oft übersetzt als „Hügel des ʻŌʻō“ – der hawaiische Name für den Prachtmoho, einen ausgestorbenen Singvogel. Nach einer anderen Überlieferung wurde er von einer weiteren Bedeutung des hawaiischen Wortes ʻŌʻō abgeleitet, die einen Grabstock bezeichnet. Da die Vulkangöttin Pele nach mythischer Überlieferung mit ihrem magischen Stab pāob Vulkane schuf handelt es sich hierbei wohl um die ursprünglich beabsichtigte Namensgebung.
Die Eruption stellt durch ihre Dauer, das ausgestoßene Volumen, aber auch die Beschaffenheit des freigesetzten Materials, dessen Anteil an Magnesiumoxid zwischen 5,7 und 10 Massenprozent schwankt, eine Besonderheit innerhalb der etwa zwei Jahrhunderte zurückreichenden Aufzeichnungen der Aktivitäten des Kīlauea dar.
Der Puʻu ʻŌʻō erzeugt Lavaröhren. Sie führen wegen der thermischen Isolationswirkung zu einer nur langsamen Abkühlung der zunächst bis zu 1250 Grad Celsius heißen Basaltlavaströme. Auf dem 10 Kilometer langen Weg bis zum Meer sinkt ihre Temperatur nur um etwa 10 Grad. Bei ihrem Eintritt ins Meer, in das sie oft aus über 100 Metern Höhe stürzt, hat die Lava noch eine Temperatur von weit über 1100 Grad.